Lura Wick im Interview: Leidenschaft, Disziplin und grosse Träume auf dem Snowboard

Pulverschnee, grosse Ziele und eine beeindruckende Leidenschaft: Lura Wick ist eine junge Snowboarderin, die nicht nur auf der Piste mit ihren Leistungen glänzt, sondern auch mit ihrem Willen und ihrer Disziplin begeistert. Wir hatten das Vergnügen, die Nachwuchsathletin ein Jahr lang als Sponsor zu begleiten. Dabei haben wir mehr über ihr Leben zwischen Schule, Training und Wettkämpfen erfahren. Lura nahm sich Zeit, uns in einem Interview Einblicke in ihren Alltag, ihre Inspirationen und ihre grossen Träume zu geben – ein Gespräch, das man nicht verpassen sollte.

Das erwartet dich

Ein Jahr lang durften wir Lura Wick als Sponsor unterstützen und ihre Entwicklung hautnah miterleben. Dabei haben wir gesehen, wie viel Herzblut und Hingabe die junge Snowboarderin in ihren Sport steckt. Trotz ihres vollen Zeitplans zwischen Schule, Training und Wettkämpfen hat Lura sich die Zeit genommen, uns Rede und Antwort zu stehen.

In diesem Interview teilt sie ihre persönlichen Erfahrungen und erzählt, wie sie ihre Liebe zum Snowboarden entdeckt hat, welche Ziele sie für die Zukunft hat und wie sie den Spagat zwischen Alltag und Sport meistert. Obwohl unsere Sponsoring-Partnerschaft nun beendet ist, bleibt es uns ein Anliegen, ihre spannende Reise weiter zu verfolgen – und dieses inspirierende Gespräch mit dir zu teilen.

Das erwartet dich im Interview
Lura Wick erzählt: 

  • Wie sie ihre Leidenschaft für das Snowboarden entdeckt hat

  • Über ihre grossen Ziele, die sie auf und abseits der Piste verfolgt

  • Wie sie Schule, Training und Freizeit in einen Tag verpackt

  • Über ihre Vorbilder im Snowboardsport

  • Was ihr bei einer Sponsoring-Partnerschaft besonders wichtig ist

Freu dich auf einen ausführlichen und authentischen Einblick in das Leben einer jungen Athletin, die mit Leidenschaft, Disziplin und grossen Träumen ihren Weg geht. Wir danken Lura herzlich für die gemeinsame Zeit und wünschen ihr weiterhin viel Erfolg – auf und neben der Piste.
Und nun: Viel Spass beim Interview!

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Im ersten Abschnitt erfahren wir mehr über Luras sportliche Karriere und ihre Ziele

Lura, wie bist du zum Snowboarden gekommen?
Dank meiner Mama, die früher als Skilehrerin gearbeitet hat, stand ich bereits im jungen Alter auf den Skiern. Als mir dann jedoch mein Papa mit sechs Jahren das Snowboarden beigebracht hat, wollte ich immer mehr auf dem Brett stehen. Im Alter von zwölf Jahren war ich nur noch mit dem Snowboard zu sehen und ging dann auch zum ersten Mal in einen Freestyle-Club. Allgemein habe ich das Ganze meinen Eltern zu verdanken, da sie mit meinem kleinen Bruder und mir sehr viel Zeit in den Bergen verbracht haben.

Was fasziniert dich besonders am Snowboarden?
Am meisten fasziniert mich die Vielfältigkeit an diesem Sport. Im Training wird es nie langweilig und wenn schon, hat man immer andere Optionen, die man machen kann. Man kann immer selbst entscheiden, welchen Trick man jetzt machen will und auch, was man überhaupt trainieren möchte; also Rails, Kicker oder Pipe. Was ich speziell an der Pipe noch Liebe ist, dass man alles selbst beeinflussen kann; die Höhe, die Linie und die Tricks natürlich. Ein weiterer Punkt ist definitiv die Trainingskultur. Denn obwohl es kein Mannschaftssport ist, kann man immer mit grossartigen Leuten unterwegs sein und sich inspirieren lassen. Somit verbringt man die Trainings und Camps mit seinen Freunden, was schön ist und dem ganzen Leistungssport eine gewisse Lockerheit verleiht. Was mich allerdings am meisten fasziniert, ist das Gefühl, wenn man gerade einen grossartigen Trick oder Lauf gelandet hat. Dieses Gefühl ist schon im Training unglaublich, aber wenn es einem im Wettkampf gelingt, ist dieses Gefühl unbeschreiblich. Ganz egal, welchen Platz man dann schlussendlich belegt.

Welche Fähigkeiten oder Eigenschaften sind deiner Meinung nach entscheidend, um eine erfolgreiche Snowboarderin zu sein?
Grundsätzlich braucht jeder erfolgreiche Snowboarder Mut, ein gutes Brettgefühl, diverse Tricks… Aber schlussendlich kommt es auf die mentale Stärke an, wenn man da bei den Besten der Besten schaut, bemerkt man immer die ähnlichen Sachen. Alle haben eine unglaubliche Resilienz und positive Einstellung und ich glaube, genau dies ist auch der Schlüssel zum Erfolg. Ausserdem bin ich davon überzeugt, dass man mit Dankbarkeit die Motivation und die Positivität steigern kann, denn wer dankbar ist, gibt in jedem Training Vollgas und wird nicht wegen schlechtem Wetter aufhören zu trainieren.

Wie sieht ein typischer Trainingstag bzw. eine typische Woche mit Schule und Sport bei dir aus?
Seit August 2023 wohne ich im Internat in Davos und gehe da ans Sportgymnasium. Das Sportgymnasium geht nicht wie ein „normales“ Gymnasium vier Jahre, sondern fünf. Dafür haben wir nur am Montag den ganzen Tag Schule und der Rest der Woche jeweils halbtags. Somit können wir viel trainieren, ohne jeglichen Schulstoff zu verpassen. Deshalb sieht ein gewöhnlicher Tag zum Beispiel so aus: am Morgen Schule, am Nachmittag Training und am Abend noch in den Kraftraum.

Du trainierst auf drei Disziplinen; Halfpipe, Big Air und Slopestyle. Was sind die Vor- was die Nachteile dieser drei Disziplinen?
Da ich letzte Saison meine bisher besten Leistungen in der Pipe zeigen konnte, bin ich danach ins B-Kader von Swissski aufgestiegen und trainiere dementsprechend im Moment gerade am meisten in der Halfpipe. Allerdings ist es ein grosses Ziel von mir weiterhin in allen drei Disziplinen anzutreten. Was ich an der Pipe liebe ist, dass man alles selbst wählen kann, denn man hat nicht einen Table, (Distanz zwischen dem Absprung und der Landung eines Kickers) den man überspringen muss. Es ist also komplett frei, wie schnell und hoch man geht; das Ziel ist natürlich aber schon möglichst hoch aus der Pipe herauszuspringen. Ein Nachteil finde ich ist, dass es immer das Gleiche ist. Genau dies ist auch einer meiner Lieblingsaspekte beim Slopestyle. Der Park ist immer etwas anders und wird auch regelmässig umgebaut.

Was sind deine grössten Erfolge und welche Ziele hast du für die Zukunft?
Als erstes kommt mir die Bronzemedaille in den Sinn, welche ich in Südkorea an den Youth Olympic Games gewinnen konnte. Die Saison 2023/2024 war aber auch neben der YOG eine der schönsten, die ich je erleben durfte. Dies vor allem, weil ich noch nie so viel Spass hatte am snowboarden. Ich konnte einige neue Tricks lernen, welche ich schon lange im Hinterkopf hatte und auch zum Beispiel bei den World Rookie Tour Finals starten, wo ich Gold in der Pipe und in der Overall Wertung nach Hause nehmen durfte. Für die nahe Zukunft ist ein Hauptziel von mir an der EYOF (European Youth Olympic Festival) teilzunehmen und dort in die Top 5 zu fahren.

Wie gehst du mit Niederlagen um?
Als ich noch jünger war, konnte ich sehr schlecht verlieren. Sobald ich nicht zuoberst auf dem Podest stand, war ich wütend und musste jedes Mal weinen. Allerdings habe ich es mit der Zeit gelernt, denn je älter man wird, desto mehr Leute fahren mit und desto stärker wird die Konkurrenz. Es geht mir nicht mehr nur um meine Rangierung. Wenn ich meinen Lauf stehe und ihn nicht besser hätte machen können, bin ich zufrieden, ganz egal welchen Platz ich erreiche. Wenn ich allerdings meinen Lauf nicht lande, bin ich schnell wieder die kleine Lura, welche ihre Emotionen dann nicht zurückhält. Allerdings glaube ich, dass dies manchmal auch wichtig ist, denn es wäre ja auch komisch, wenn es mir einfach egal wäre.

Inwiefern beeinflusst der Sport dein Leben?
Sport beeinflusst nicht nur mein Leben, Sport ist mein Leben. Dies klingt jetzt etwas extrem, aber es ist so und ich liebe es. Ich gehe seit der 5. Klasse regelmässig ins Krafttraining, in die Sekundarschule ging ich nach Teufen an die Sportschule Appenzellerland. Seit mitte 2023 bin ich in Davos am Sportgymnasium und wohne somit auch nicht mehr wirklich zu Hause. An den Wochenende bin ich entweder im Gym oder auf dem Schnee. Es ist viel und ich muss auf einige Sachen verzichten, aber ich liebe mein Leben und würde nichts daran ändern.

Wie siehst du die Zukunft im Snowboard? Gibt es bestimmte Entwicklungen oder Veränderungen, auf die du dich besonders freust oder die du dir wünschst?
Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung und mir auch noch nie grosse Gedanken darüber gemacht. Was ich allerdings hoffe, ist, dass sich in Zukunft mehr Leute für unseren Sport interessieren und wir insbesondere mehr Mädchen motivieren können, sich zu trauen in den Park zu gehen.

Welchen Rat würdest du jungen Menschen geben, die sich ebenfalls für den Sport auf professioneller Ebene interessieren?
Das Wichtigste ist immer Spass zu haben, es zu geniessen und dankbar zu sein. Denn dann ist man motiviert und geht jeden Tag mit einer positiven Einstellung ins Training. Und ganz wichtig: glaubt immer an euch selbst und eure grossen Träume!

Was bedeutet Snowboarden für dich in nur einem Wort?
Freiheit

Gibt es eine Person im Snowboarden, die dich inspiriert?
Anna Gasser aber auch Chloe Kim inspirieren mich beide sehr.

Wie bereitest du dich mental auf Wettkämpfe vor?
Am Abend vor einem Wettkampf mache ich meine Atemübungen und stell mir meinen ganzen Tag visuell vor, während ich immer das gleiche Lied höre. Am Tag des Wettkampfs selbst gehe ich nicht ans Handy, da ich glaube, dass dies unnötige Emotionen auslösen kann. Vor meinem Lauf visualisiere ich dann noch drei Mal meinen Lauf und mache falls nötig noch meine Atemübungen.

Was machst du, um Verletzungen vorzubeugen?
Um Verletzungen vorzubeugen, trainiere ich schon viele Jahre regelmässig meinen Körper. Aber grundsätzlich ist es einfach sehr wichtig auf sein Bauchgefühl zu hören und nie unkonzentriert zu fahren. Qualität vor Quantität ist immer das Motto meines Trainers.

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In nächsten Abschnitt lernen wir, was Lura als Mensch ausmacht

Wie schaffts du es Schule und Sport unter einen Hut zu bringen?
Wie schon gesagt haben wir in Davos immer nur einen halben Tag Schule. Wenn wir weg sind, verpassen wir somit gar nicht so viel Stoff. In der Vorsaison bin ich für 5 Wochen in Saas-Fee und verpasse viel in der Schule. Allerdings glaube ich, dass man einfach für sich selbst herausfinden muss, in welchen Fächern man den Schulstoff wirklich nachholen muss oder nicht, denn mir fallen einige Fächer leichter als andere. So holt man dann nur die Sachen nach, die für einen selbst wichtig sind und dann geht es irgendwie immer.

Bleibt noch Zeit für Hobbys, Freunde und Ausgang neben dem Snowboarden?
Ehrlich gesagt habe ich nicht noch Hobbys neben dem Snowboarden. Allerdings probiere ich gerne neue Sportarten aus und wenn ich wirklich Mal kein Training habe, ist es mir wichtiger meine Freunde zu sehen und mit ihnen Zeit zu verbringen. Natürlich habe ich wenig Freizeit, aber für mich ist Snowboarden und das ganze Training ein Privileg, und ich habe ja sowieso im Sport meine meisten Freunde.

Was ist dir in deinem Leben wichtig?
Natürlich ist mir mein Umfeld, also meine Familie und meine Freunde, und deren Gesundheit sehr wichtig. Aber sonst ist es mir wichtig, dass ich bei allem, was ich mache Spass habe und mein Leben liebe. Wenn dies nicht so ist, weiss ich, dass ich etwas ändern muss. Aber im Moment bin ich sehr zufrieden.

Was ist ein witziger oder überraschender Fakt, den nur wenige Leute über dich wissen?
Ich mag kein Käse, obwohl ich im Appenzellerland aufgewachsen bin.

Wie würdest du deine Persönlichkeit in drei Worten beschreiben?
Zielstrebig, glücklich und positiv

Gibt es ein bestimmtes Ritual oder eine Routine, die du vor jedem Wettkampf hast?
Ich klopfe mir immer vor dem Drop-In zwei Mal auf die Oberschenkel, Klatsche mir zwei Mal in die Hände und balle meine Hände dann zu Fäusten zusammen.

Wie unterstützt dich deine Familie bei deinem Sport?
Meine Familie unterstützt mich so wie sonst niemand. Schon seit ich klein bin, fahren sie mich ins Training, kommen zu Wettkämpfen und sind immer für mich da. Was ich am meisten schätze, ist, dass sie immer hinter mir stehen und meine Entscheidungen unterstützen. Ich bin so sehr dankbar für meine Familie, denn es ist nicht selbstverständlich so aufzuwachsen wie mein Bruder und ich es können.

Welche Herausforderungen hast du auf dem Weg zu einer professionellen Snowboarderin überwunden?
Zum Glück hatte ich bis jetzt keine sehr schlimmen Verletzungen beim Snowboarden. Immer nur Armbrüche oder Gehirnerschütterungen, aber nie etwas langfristiges. Die grössten Herausforderungen waren bis jetzt immer mental, als ich den Spass am Snowboarden ein wenig verloren hatte. Allerdings konnte ich mit Hilfe meiner Mentaltrainerin diese Hürden immer wieder überwinden.

Gibt es andere Sportarten, die du gerne betreibst oder ausprobieren möchtest?
Allgemein liebe ich es in den Bergen zu sein, deshalb bike ich auch gern. Ich war erst gerade mit meiner Mama Tennis spielen und ich glaube, diese Sportart will ich jetzt etwas regelmässiger machen, da es mir echt Spass macht. Und sonst mag ich eigentlich alles, was draussen passiert; surfen, baden.

Was motiviert dich jeden Tag, dein Bestes zu geben?
Meine Träume.

Im letzten Abschnitt teilt Lura ihre Gedanken zum Sponsoring

Auf was achtest du bei einer Sponsoringpartnerschaft?
Mir ist wichtig, dass die Sponsoren zu mir passen und eine ähnliche Mentalität vertreten. Ebenfalls finde ich es immer schön, wenn der Sponsor sich für meinen Sport interessiert, aber auch selbst eine Leidenschaft für Sport hat.

Welche Werte sind dir bei der Auswahl eines Sponsors wichtig?
Das kann ich gar nicht so genau sagen. Wichtig finde ich aber, dass wenn man sich persönlich kennenlernt, dass man sich gegenseitig sympathisch findet und dabei merkt man auch schnell, ob die Werte ähnlich sind oder nicht.

Warum hast du die Fehr Braunwalder AG als Sponsorin gewählt?
Das ganze Team von Fehr Braunwalder war beim ersten Treffen super sympathisch. Ich habe mich direkt wohlgefühlt. Deshalb war für mich klar, dass diese Partnerschaft etwas Grossartiges werden kann.

Inwiefern hilft dir die Fehr Braunwalder AG, deine sportlichen und persönlichen Ziele zu erreichen?
Fehr Braunwalder unterstützt mich wie auch meine anderen Sponsoren aus demselben Grund, weil sie in mir Potenzial sehen. Und dies zu wissen, hilft mir sehr, gerade wenn es mir zum Beispiel einmal nicht so gut läuft.

Wie beeinflusst das Sponsoring dein tägliches Training und deine Wettkampfvorbereitungen?
Ich bin immer dankbar für alle Leute, die mich unterstützen und zu wissen, dass Leute an mich glauben, motiviert mich.

Herzlichen Dank, liebe Lura, für die spannenden Einblicke in dein Leben als Schülerin und Snowboarderin. Bleib so engagiert und motiviert – wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg und Freude bei allem, was du anpackst. 😊

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